Kürzlich gehört und gesehen

Ender’s Game von Orson Scott Card kürzlich als Hörbuch gehört und Prometheus gestern im Kino gesehen. Das verbindende Element ist, dass mir beide wegen interessanter Ideen und Plot-Twists empfohlen wurden, was ich aber nur im ersteren Fall gerechtfertigt finde.

Da ich es hasse, wenn solche Überraschungsmomente von dritten einfach ausposaunt werden, will ich zu Ender’s Game mal nichts weiter sagen, als das es schon über lange Strecken daherkommt, wie eine merkwürdige Kreuzung aus Lord of the Flies und Starship Troopers, aber gegen Ende dann doch zunehmend interessant wird. (Der Autor ist übrigens wohl Mormone mit teilweise merkwürdigen Ansichten und ein Vielschreiber, der unter anderem einen ganzen Ender-Zyklus verfasst hat.)

Prometheus hat mich hingegen enttäuscht, einfach weil er mich nicht überrascht hat. Angesichts der guten Kritiken habe ich jetzt echt auf IMDB die Inhaltsangabe nachgelesen, um sicher zu gehen, dass ich es nicht vielleicht einfach nicht begriffen habe.

Aber es bleibt dabei: Die ach so tiefgründigen Fragen nach dem Ursprung der Menschheit werden auf dem Level angerissen, auf dem die meisten Leute, die ich so kenne, das im schulpflichtigen Alter auch schon getan haben. Wirklich reflektiert oder diskutiert werden sie nicht weiter.

Dafür gibts noch einen bösen greisen Tycoon, noch einen geköpften Androiden der munter weiterplaudert (und in diesem Zustand auch endlich kooperativ ist), noch eine enorm widerstandsfähige Frauenfigur und obendrauf ordentlich Blut, Schleim und Tränen.

Wirklich lächerlich wird es bei der Prime-Directive-Ansprache – „wir treten nicht mit denen in Kontakt!“ Klar, wir landen nur mal mit einem Hochhaus-großen Raumschiff und vertreten uns ein Bisschen die Füsse. Wir sind hier auf einem wildfremden Planeten, aber wenn die Atmosphäre gerade mal nicht giftig zu sein scheint, dann nehmen wir natürlich die Helme ab.

Die ersten Crew-Mitglieder sind schon auf merkwürdigste Weise zu Tode gekommen, aber wir latschen weiter durch die Luftschleuse rein und raus und nehmen die Helme ab. Und merke: Wer nicht ordentlich seine Koordinaten ans Mutterschiff durchsagt kann sich auch im Jahr 2093 übelst verlaufen.

Also dann doch lieber so ein kleiner feiner Film wie Moon, da wird nur nach dem Woher und Wohin eines einzelnen gefragt und trotzdem ist es spannend, überraschend und anrührend. Ach ja – Ender’s Game soll auch verfilmt werden – hoffentlich nicht mit Tom Kruse.

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