Eine Frage der Perspektive

Reisen bildet ja nicht zuletzt dadurch, dass man die Neurosen eigener und fremder Landsleute aus einem anderen Blickwinkel zu sehen bekommt.

Vor einigen Jahren sass ich einmal in einem Berliner Biergarten, wo sich ein US-Amerikaner darüber amüsierte, dass deutsche Bildungsbürger sich brav mit ihren Humpen an der Theke anstellten, um 50 Cent Glaspfand zurück zu bekommen. Er meinte, das mit der Arbeitslosigkeit wäre kein Wunder, wenn die Leute nicht bereit wären, für solche einfachen Dientsleistungen zu bezahlen.

Vermutlich bezog er sich dabei auch auf das Tütenpacken und Einkaufswagenabgeben im Supermarkt. Jedenfalls fand ich seine Schlussfolgerung nicht so abwegig.

Nun war ich neulich mal wieder ein paar Tage in den USA und war meinerseits befremdet davon, dass ansonsten passable Hotels zum Frühstücksbuffet ausschliesslich Styropor-Teller und -Becher sowie Plastikbesteck anboten. So hoch steht der viel beschworene Tellerwäscher also dort wohl auch nicht mehr im Kurs.

Der Geldautomat in der Mall hingegen liess sich zweimal pro Vorgang bestätigen, dass ich zu Lasten der Umwelt eine Quittung ausgedruckt haben wollte. Dabei geht es doch sicher auch weniger um die Bäume als um die Frequenz, mit der der Service-Techniker das Druckwerk warten und Papier und Toner nachfüllen muss.

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