Servicewüste

Da war ich nun auf einer Konferenz in einem Maritim-Hotel, einem dicken 80er-Jahre-Kasten mit bunten Teppichen, holzgetäfelten Vortragsräumen und Kronleuchtern. Es gibt livriertes Personal, eine Tiefgarage, einen Pool, eine Sauna und ein anständiges Frühstücks- und Mittagsbuffet. Kein Plastikbesteck sondern Stoffservietten ;-)

Es gibt natürlich Internet. Es gibt sogar drei Sorten Internet: Den WLAN-Hotspot der Konferenz, der leider überhaupt nur in einem Vortragsraum funktioniert und reichlich Aussetzer hat. Auf dem Zimmer gibt es WLAN von der Telekom ab 5 Euro die Stunde und Netzzugang per LAN-Kabel ab 8 Euro die Stunde. Hallo!?!

Getoppt wird dies von einem Angebot von LAN plus Erwachsenenfernsehen für € 22 pro Tag. Dazu gibt es allerdings den deutlichen Hinweis, dass dieses spezielle Angebot um Punkt 12 Uhr mittags beginnt bzw. endet.

Ich bin hier wohlgemerkt auf einer Tech-Konferenz, zu der Leute Business Class aus Amerika eingeflogen wurden. Da sind solche Angebote echt das Äquivalent zum Warmwasser mittels Duschmarke, erhältlich gegen Vorkasse an der Rezeption!

Von mir aus sollen sie mir ja beim Einchecken einen persönlichen Key geben, wegen Störerhaftung und so. Der möge dann aber bitte im ganzen Haus gelten und zwar durchgehend, bis ich auschecke. Und vielleicht auch für zwei oder drei Geräte gleichzeitig. Und ich möchte dafür nicht pro Tag annähernd soviel bezahlen, wie für einen ganzen Monat UMTS!

Mein Eindruck ist hingegen, dass sich bei der Kundschaft mittlerweile Resignation eingestellt hat: Mobiles Internet in der Bahn gibt es schonmal gar nicht und im Hotel ist es immer irgendwie schwierig und teuer. Dagegen muss der Geschäftsreisende von Welt dann halt mit seinem Smartphone und seiner Datenrate auf eigene Faust anarbeiten. Unser Status als Mobil-Internet-Hungerleider wird nur dann so richtig deutlich, wenn man in einem gammeligen amerikanischen Motel oder in einer spanischen Strassenbahn problemlos vernünftiges WLAN bekommt.

Und, ja, ich konnte mich auf der Konferenz irgendwie durchhangeln und war ja auch nicht dort, um live zu bloggen. Aber die viele Klickerei, die Sanduhren und Verbindungsabbrüche schmeckten deutlich nach vorigem Jahrtausend.

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