Uber

Mit reichlich 20 Jahren Taxi-Erfahrung in Berlin muss ich sagen, dass ich die Uber-Debatte eher gelassen sehe. Einerseits finde ich das Taxi – und insbesondere eines, das man bei Bedarf vom Straßenrand aus heranwinken kann – eine ganz großartige urbane Einrichtung!

Wie gut oder schlecht sich das Gewerbe für Fahrer und Unternehmen rentiert, kann ich dabei nicht einschätzen. Was ich sagen kann, ist dass ich nicht glaube, dass der durchschnittliche Berliner Taxifahrer sich in Sachen Ortskenntnis, Fahrstil und Sozialkompetenz groß vom durchschnittlichen Berliner Autofahrer unterscheidet. Und dass ich dementsprechend auch keine großen Bedenken hätte, zu einem Uber-Fahrer ins Auto zu steigen.

Ich habe in Berlin viele sehr freundliche und hilfsbereite Taxifahrer erlebt. Und ich selbst bin auch nie wirklich abgezockt worden, sondern habe es erlebt, dass Fahrer den Taxameter ausgeschaltet haben, wenn klar wurde, dass sie einen Umweg gefahren waren.

Aber in der Zeit, als ich am Schlesischen Tor gewohnt habe bin ich, wenn ich spät und mit Gepäck am Ostbahnhof angekommen bin, die Taxireihe entlang marschiert und habe von vornherein kundgetan, dass ich nur gut einen Kilometer weit fahren will. Nur so konnte ich vermeiden, auf dem kurzen Stück gründlich vollgenölt zu werden, dass für so eine lächerliche „Fuhre“ der wertvolle Platz in der Schlange aufgegeben werden musste.

Wilde Diskussionen entspannen sich auch gern um den „Winktarif“ und die zugehörige 2-km-Fahrstrecke. Insofern halte ich Artikel wie diese hier auch für nicht zu weit hergeholt.

Ich kenne aus Erzählungen mehere erfolglose Versuche von Fahrgästen, sich bei Unternehmen und Innung über Fahrer zu beschweren und keinen, bei dem es auch nur zu einer förmlichen Entschuldigung gereicht hätte. Soweit ich das einschätzen kann, besteht von deren Seite kein Interesse an Transparenz und wenig an Qualitätssicherung. Und erst recht keines an einer sinnvollen Modernisierung durch Taxi-Apps.

Nun ist die große ungeklärte Frage in Sachen Uber anscheinend der Versicherungsschutz. So zynisch das klingt – wenn Uber an Reichweite gewinnt, wird es auch Unfälle mit Personenschäden bei Uber-Fahrgästen geben. Entweder zahlen das die Haftpflicht-Versicherungen der Fahrer anstandslos – dann ist die Sache klar – oder es wird einen Prozess und ein Urteil geben, welches ggf. Uber zum Handeln zwingt.

Und letztendlich ist Uber ja auch nur eine Brückentechnologie – bis Google uns mit mit Philipp K. Dicks Vision des autonomen Taxis mit Persönlichkeit beglückt. Ungefähr so, wie hier dargestellt: ‚You know, you’re a cab, you’re a robot, you don’t really get this, but she’s horrible and I’m sad and this has all been so terrible and yet here she is, she’s destroyed.‘ And the cab is listening to him, basically functioning as Freud would claim a therapist ought to: as a kind of impassive mirror. And the cab says, ‚What I hear you saying is you have no choice.‘ And he says, ‚What do you mean? No choice but to leave her?‘ And the cab says, ‚No, I hear you saying you have no choice but to love this person.‘
;-)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s