Fossile Brennstoffe

Um es kurz vorweg zu schicken: Ja ich glaube an einen vom Menschen verursachten Klimawandel. Wirklich überprüfen kann ich die Unmengen an Studien und Daten natürlich nicht, aber aus meiner Warte klingen die Ergebnisse stichhaltig. Und ich glaube auch die Probleme zu verstehen, die die Wissenschaftler haben, den weiteren Verlauf dieses Wandels zu prognostizieren.

Aber darum soll es mir hier gar nicht gehen.

Ich finde, dass zwei Punkte in der Diskussion um den Abbau und Verbrauch fossiler Brennstoffe stets zu kurz kommen. Erstens kann man aus Kohlenwasserstoffen eine Menge Dinge herstellen: Plastik, Baustoffe, Lacke und nicht zuletzt Medikamente. Für Einiges gibt es Alternativen z.B. auf Kautschuk- oder Zellstoffbasis, für vieles nicht. Das sehe ich durchaus als Motiv, ein Bisschen sparsamer mit Öl und Kohle umzugehen und nicht soviel wie möglich davon durch Schornsteine und Auspuffrohre zu jagen.

In Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass auch gebildete Leute verdutzt sind, wenn man sie auf den Umstand hinweist, welche selbstverständlichen Produkte alle aus Erdöl hergestellt werden. Und fragt, ob sie nicht auch glauben, dass diese Dinge knapper und teurer werden, wenn das Öl zur Neige geht.

Es gibt dazu natürlich immer das Beispiel der Walfangindustrie, die jahrhundertelang Rohstoffe für zahlreiche Produkte bereitgestellt hat. Als aufgrund der massiven Jagd die Walpopulationen in die Knie gingen, wurden notgedrungen Alternativen zu Waltran und Walbein entwickelt. Aber die Walpopulation der Weltmeere hat sich bis heute nicht davon erholt.

Der zweite Punkt sind – im weitesten Sinne – die Menschenrechte. Wenn man sich die Liste der ölexportierenden Länder der vergangenen Jahre anschaut, dann sind unter den Top Ten eigentlich nur Kanada und Norwegen, in denen man nicht davon ausgehen muss, dass die Profite aus dem Ölexport direkt in die Taschen von korrupten Oligrachen oder zweifelhaften Feudalherrschern wandern.

Es ist ein langer Weg, wenn man aus Protest gegen Wladimir Putin, die Fußball-WM in Quatar, gegen die schiitischen Fundamentalisten im Iran oder das saudische Königshaus und seine islamistischen Spendenempfänger Öl spart. Aber sie sie alle finanzieren sich nun einmal durch Öl-Exporterlöse.

Im Berlin der 90er gab es den Spruch „unterstützt den Freiheitskampf des Sendero Luminoso – schnupft mehr Koks!“ So ähnlich verhält es sich tatsächlich. Man kann natürlich argumentieren, dass das Öl ja da ist und dass es schon wer anders kaufen und verfeuern würde, wenn wir es nicht tun. Aber erstens ist es dann nicht unser Geld und zweitens läuft die Förderung in den meisten Erzeugerländern ja bereits auf Hochtouren.

Weniger Nachfrage sollte also durchaus den Preis drücken können, so wie ihn ja auch jedes Krisengeraune hochtreibt. Jedenfalls sehe ich auch diese Überlegung als Motivation, auf regenerative Energien und lokale Lösungen zu setzen.

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2 Antworten zu Fossile Brennstoffe

  1. alphachamber schreibt:

    „…aus meiner Warte klingen die Ergebnisse stichhaltig.“
    Wo ist denn Ihre Warte? Vielleicht interessiert dazu dieser Link: http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2014/09/30/die-planetenretter-2/
    Der letzte Tropfen Öl wurde schon vor ca. 30 Jahren vorausgesagt. Im Moment fällt der Ölpreis wieder. Er steigt bei Krisen durch Manipulation, nicht aus Rarität.
    Grüße

  2. Pingback: Follow-Up: Fossile Brennstoffe (und Menschenrechte) | Virtualista

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