Kürzlich gelesen – David Simon: Homicide

Der Autor ist einer der Schöpfer von The Wire, einer der vermutlich besten Fernsehserien überhaupt (meiner unmaßgeblichen Meinung nach jedenfalls). Deutlich früher war er Poizeireporter der Baltimore Sun und hatte das zweifelhafte Glück, das komplette Jahr 1988 als Embedded Journalist bei der dortigen Mordkomission zu verbringen. Homicide ist der daraus entstandene Bericht.

Was es in diesem Buch gibt: Fluchende, streitende, rauchende, saufende und übelst scherzende Mordermittler. Knapp eine Leiche pro Tag, Spurensicherung, Pathologie, Staatsanwaltschaft, Geschworenengericht. Und Berufsverbrecher und Polizisten, die sich längst kennen und wie alte Bekannte begrüßen.

Was hingegen nicht vorkommt, ist das – in zeitgenössischen Tatorts schon endemische – Mem vom Verbrecher, der eine Privatfehde mit dem Kommissar, dem Profiler oder der Staatsanwältin austrägt. Nach 20 Jahren aus dem Knast entlassen, hat so ein Täter wenige Tage später schon Handynummer und Privatadresse des alten Feindes und weiß auch, wo dessen Kinder zur Schule gehen. Und stranguliert zum Beweis seiner Niedertracht erstmal deren Haustier.

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