Einkaufen

Amazon hat Whole Foods übernommen und die Spekulationen schießen ins Kraut. Ich schreibe hier jetzt mal auf, was für mich eine gute Lösung für Online-Shopping von Lebensmitteln wäre. Technisch ist alles davon heute umsetzbar, ob es wirtschaftlich wäre, kann ich schlecht beurteilen.

Ich lebe mit Kleinfamilie in einem Ballungsgebiet. Sicher gehe ich gern in ein Delikatessengeschäft voller wohlriechender Spezereien, probiere hier einen Käse und dort ein paar Oliven, um mir dann nach ausführlicher Beratung einige Päckchen schnüren zu lassen. Aber so sieht ja mein Einkaufsalltag nicht aus.

Im Alltag fahre ich zu einem Supermarkt, klemme dort eine Einkaufsliste an einen Einkaufswagen, den ich hauptsächlich mit abgepackten Standardprodukten belade, um ihn dann an der Kasse nochmal aus- und wieder einzupacken. Besonders Highlight: Ich habe vergessen etwas abzuwiegen oder von irgendetwas hat sich das Preisschild gelöst.

Oder die studentische Aushilfe an der Kasse lernt gerade erst noch den Unterschied zwischen Auberginen und Avocados. Alles keine Katastrophe – ich kann Hörbücher hören und chatten, während ich in der Kassenschlange stehe –, aber auch keine Bereicherung meiner Freizeit.

Was ich stattdessen tun möchte, ist, auf meinem Mobiltelefon eine Einkaufsliste aus einem umfassenden Sortiment zusammenzustellen. Ich will hinterlegen können, was unser Haushalt üblicherweise kauft und möchte durch die Wohnung gehen – Kinderzimmer, Bad, Küche, Voratsschrank, Kühlschrank, Tiefkühlfach – und die Posten der Reihe nach abhaken, Windeln hier, Kaffee dort. Ich will Zwischenstände speichern können und die Liste muss natürlich mit dem Gerät meiner Frau synchronisiert sein.

Zu dieser Einkaufliste muss mir stets ‚live‘ die Verfügbarkeit bzw. die Bereitstellunszeit angezeigt werden. Für Artikel, die schlecht verfügbar sind, muss ich Alternativen auswählen können. Bei einigen Sachen will ich aber auch „genau dieses, sonst lieber gar nichts“ festlegen.

Ideal wäre dann natürlich der Druck auf den „Jetzt kaufen“-Button und die Lieferung innerhalb einer Stunde. Das ist zum heutigen Stand nicht realistisch. Tatsächlich ist für uns die Übergabe von Lieferungen immer noch das Hauptproblem am Onlinehandel. Ich könnte hier über die Erfahrungen mit jedem einzelnen Paketdienst einen Artikel schreiben.

In einem Ballungsgebiet ist es halt schwierig, für einen Lieferfahrer eine Tour so zu planen, dass er jeden Kunden in dessen schmalem Zeitfenster auch erreicht. Und die Lieferung im Garten zu verstecken oder in den Hausflur zu stellen oder zu hoffen, dass ein Nachbar sie annimmt, ist bei Lebensmitteln noch weniger eine Option als bei anderen Dingen.

Was mir stattdessen vorschwebt, ist Abholung meiner Bestellung dort, wo sich heute der Supermarkt befindet. Ich will also nicht durch die Regalreihen schieben und mir meinen Einkauf zusammenklauben, sondern ich will – wie beim Schneider oder Schuster oder wie bei der Packstation – hinkommen und meine fertige Bestellung abholen. Möglichst rund um die Uhr.

Dafür sehe ich drei Möglichkeiten:

  • Packstation-artige Schließfächer, von denen einige auch (tief)gekühlt sein müssten.
  • Einen Schalter wie bei einer Garderobe oder Gepäckaufgabe, an dem man seine Bestellung ausgehändigt bekommt.
  • Eine Drive-in-Lösung, bei der einem das Personal die Tüten und Kisten gleich in den Kofferraum packt.

Bei den letzteren beiden könnte man natürlich auch eine Vorankündigung schicken, dass man losfährt und dementsprechend in soundsoviel Minuten ankommen wird. Ob für die Verpackung Tüten, Taschen, Kartons, starre oder faltbare Kisten zum Einsatz kommen und ob die zum Wegwerfen, recyclebar oder per Pfandsystem wiederverwertbar sind – was ich klar bevorzugen würde –, ist erstmal nicht entscheidend. Es könnte auch einfach eine Option beim Kauf sein.

Und alle diese Lösungen dürften von mir aus flexibel bepreist sein, d.h. der Kauf knapper Güter oder die Bereitstellung in Stoßzeiten kann teurer sein, solange mir das nur klar angezeigt wird. Und Dinge, die ich dann diesmal doch nicht bestelle, sollten natürlich für den nächsten Einkauf auf der Liste bleiben können.

Bei Obst und Gemüse sehe ich noch gewisse Probleme. Ich schaue mir z.B. Erdbeeren oder Tomaten auch gern vor dem Kauf an, schon um nicht die Packung mit den zerdrückten Exemplaren zu erwischen. Ein Online-Lebensmittelhandel müsste hier erst mein Vertrauen gewinnen und vielleicht bleiben dies die Sachen, die ich weiterhin beim Gemüsehändler an der Ecke kaufen will.

Last but not least: Ich will natürlich bei der ganzen Angelegenheit kein Geld und keine Kreditkarte in die Hand nehmen. So, Amazon, jetzt Ihr!

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